Die Geschichte des Sozialdienst katholischer Frauen e.V. im Kreis Siegen-Wittgenstein

Vorwort

Eine unbekannte Dortmunderin und ihr Lebenswerk

Agnes Neuhaus

Die Agnes-Neuhaus-Straße in Dortmund ist eine kleine Straße am Rande der Innenstadt. Hier befindet sich die Zentrale des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Wer weiß schon, dass eine Dortmunderin diesen großen Frauen- und Fachverband mit bundesweit 157 Ortsvereinen gegründet hat. Wer weiß schon, dass aus dem Engagement einer einzelnen Frau ein Netzwerk von 5000 beruflichen und 12.000 ehrenamtlichen Helfern und Mitgliedern in ganz Deutschland entstanden ist mit dem Ziel, Frauen, Kinder und Jugendliche in Notsituationen zu unterstützen. Das Grab der Agnes Neuhaus liegt auf dem Dortmunder Ostfriedhof. Ihr Todestag (1944) jährt sich am 20. November.

Agnes Neuhaus war keine Revolutionärin. 1854 in Dortmund geboren, führte sie zunächst das konventionelle Leben einer behüteten Tochter des gehobenen Bürgertums zwischen Mädchenpensionat und gesellschaftlichen Verpflichtungen, später das der verheirateten Frau eines Dortmunder Amtsrichters mit drei Kindern.
Ein Mann brachte den Stein ins Rollen: Dr. Henrici, Stadtrat für Armenverwaltung und Gemeindewaisen in Dortmund, hatte ein für die damalige Zeit äußerst
innovatives Anliegen. Er wollte speziell Frauen in die sich damals erst langsam entwickelnde ehrenamtliche soziale Arbeit mit einbeziehen.
Agnes Neuhaus erster Einsatz fand auf der Geschlechtskrankenstation für gefallene Mädchen des Dortmunder städtischen Louisenhospitals statt. Ihr erster Einblick in eine Welt, die sie bis dahin nicht kannte, wie sie in ihren Aufzeichnungen schreibt. Die industrielle Revolution hatte das alte gesellschaftliche Gefüge durcheinander gebracht; Verelendung, Landflucht und Bevölkerungsexplosion waren die Folgen und führten zur Verarmung breiter Bevölkerungsschichten.
Dieses Erlebnis war für Agnes Neuhaus der Ausgangspunkt für die Gründungsidee eines Vereins von und für Frauen. Da ihre Motivation stark von ihrem Glauben geprägt war, gab sie dem Verein bewusst einen katholischen Rahmen. Mit dem Sozialdienst katholischer Frauen, einem Symbol für das neue soziale Engagement von Frauen in der Öffentlichkeit, setzte sie einen Meilenstein in der katholischen Frauenbewegung.

Von dieser Zeit an hat Agnes Neuhaus über ein halbes Jahrhundert lang die gesamte Entwicklung der deutschen Wohlfahrtspflege entscheidend beeinflusst. Von 1920 bis 1930 war sie Mitglied des Reichstags und gehörte zur ersten Generation von Frauen, die als Parlamentarierinnen politische Gestaltungsmöglichkeiten, besonders auf sozial-caritativem Gebiet, wahrnahmen. Sie forderte schon 1916, die Frauen müssten Einfluss auf die Gesetze bekommen, weil Männer mit ihren Interessen stark auf Handel, Industrie und Staatsapparat bezogen seien.

Agnes Neuhaus Lebenswerk ist aktueller und notwendiger denn je. Heute geht die Schere zwischen Arm und Reich schneller auseinander als in den letzten Jahrzehnten. Mit der zunehmenden Not und dem Abbau des Sozialstaates wird das bürgerschaftliche und kirchliche Engagement immer wichtiger. Gerade vor Ort in den Kommunen können erstaunliche Netzwerke der Hilfe geschaffen werden. Das Beispiel des SkF hat dies eindrucksvoll gezeigt.

Agnes Neuhaus, eine Dortmunderin, die man kennen sollte.

SkF – da sein, leben helfen

Vereinsgeschichte

des Sozialdienstes kath. Frauen Siegen 1913 bis heute

Gründung der Ortsgruppe Siegen

in Anwesenheit von Frau Agnes Neuhaus aus der Zentrale in Dortmund Der Name des Verbandes lautet: „Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder“ (KFV). Zur 1. Vorsitzenden wird Frau Sanitätsrat Hellmann gewählt. Geistlicher Berater wird Pfarrer Gabriel. Alle Arbeiten werden ehrenamtlich ausgeführt.1913

Aus den Kriegsjahren sind nur wenige Aktivitäten festgehalten. Es besteht jedoch ein enger Kontakt zu der Zentrale des SkF in Dortmund.

1914

Durch Vermittlung von Pfr. Gabriel wird Sr. Maria Ernst von den damaligen Pfarrgemeinden St. Marien und St. Michael hauptamtlich eingestellt und übernimmt als ausgebildete Wohlfahrtspflegerin den größten Teil der Arbeit des Katholischen Fürsorgevereins unter ehrenamtlicher Hilfe von Fräulein Anna Nolte.
 
Es gibt zum ersten Mal im Siegener Raum beim KFV die Verbindung ehrenamtliche Mitarbeiterin und Berufsfachkraft.

1920

Pfarrer Zengerling wird zum geistlichen Berater gewählt.

1921

In einem handschriftlichen Protokollbuch ist nachzulesen, dass nach längerer Pause „…..zur neuen Tätigkeit im Kath. Fürsorgeverein aufgerufen wurde…..“.
Als Schwerpunktarbeit sind vorgesehen die Gefangenenfürsorge und die Beteiligung an der Arbeit der Bahnhofsmission.
Es wird ein neuer Vorstand gewählt:
Fräulein  Elisabeth Bosch übernimmt den Vorsitz bis 1926.

1925

Am 7. Mai wird Frau Josefine Muckermann zur
1. Vorsitzenden gewählt.
Es werden neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen gesucht und ausgebildet.
An den Schulungsvorträgen für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen nehmen auffällig viele Lehrerinnen teil. Man wünscht sich allerdings, dass sich neben
Lehrerinnen auch erfahrene Hausfrauen und Mütter zur Mitarbeit finden, von deren Fähigkeiten schon
damals überzeugt ist.

1926

Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten tritt in Kraft. Es werden Vorträge zur  Zusammenarbeit der amtlichen und freien Wohlfahrtspflege organisiert.
Im Protokoll zu einem Vortrag im Jahr 1927, zu dem eine Referentin der Zentrale aus Dortmund eingeladen ist, heißt es:
„Es waren 33 Personen anwesend, darunter neun Priester aus dem Dekanat Siegen. Da das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten einen bedeutsamen Umschwung in der Arbeit an unseren gefährdeten und besonders an unseren gefallenen Mädchen und Frauen bringt, gab uns der Vortrag viel wertvolle Aufklärung“.
Der Fürsorgeverein übernimmt in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt immer mehr Vormundschaften,
Pflegschaften und Schutzaufsichten. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass in vielen Städten, wie auch in Siegen, das Jugendamt seine Schreiben an den KFV mit der Anschrift „An das kath. Jugendamt“
sendete.

1927

In den Niederschriften wird vermerkt, dass der Geschäftsstelle bereits 40 Pflegekinderaufsichten übertragen wurden. Auch eine Beteiligung an der „sozialen Gerichtshilfe“ für Erwachsene wird angestrebt.
Am 01.12.1928 wird in Anbindung an das katholische Waisenhaus in Siegen ein Säuglingsheim eingerichtet und vom Fürsorgeverein betreut.

1928

Im Säuglingsheim werden inzwischen 21 Kinder betreut. Der Fürsorgeverein kümmert sich außerdem um einen Kinderhort und bekommt hierfür einen laufenden Zuschuss von der Stadt Siegen.
In diesem Jahr wird auch mit dem Aufbau eines Mädchenheimes begonnen, das bis Ende des Jahres 25 Personen beherbergt mit 349 Übernachtungen. Die Finanzierung dieser Unterkunft bereitet dem Fürsorgeverein jedoch Sorgen.
Die Vorsitzende Frau Muckermann zieht 1929 aus Siegen weg.
Damit ist der Vorsitz für einige Zeit verwaist.

1929

Fräulein Lehrerin Anna Meiswinkel übernimmt am 26. März den Vorsitz bis 1963.
Geistl. Beirat wird der neue Pfarrer von St. Marien, Pfarrer Ochse (bis 1947)

1931

Sr. Maria Ernst verstirbt am 04.April 1936. Sie hat mit Hilfe von Herrn Pfarrer Gabriel die organisierte Hilfe für die kath. Bevölkerung Siegens in den zwanziger Jahren aufgebaut und es verstanden, Kontakte mit allen behördlichen Stellen der Stadt Siegen und den Spitzenorganisationen der Freien Wohlfahrtspflege zu knüpfen. Den Frauen des Fürsorgevereins ist es eine Verpflichtung, in ihrem Sinne für das Wohl der Betreuenden weiterzuarbeiten.

1936

Die bisher gut laufende Arbeit des Fürsorgevereins verschlechtert sich zunehmend, da die Akten des Jugendamtes für die kath. Bevölkerung nicht mehr in allen Fällen dem Verband zugeschickt werden. Auf Nachfrage teilt das Jugendamt mit, dass die Akten aufgrund einer Vereinbarung „durch die Hand der NSV“ (National Sozialistische Volkswohlfahrt) an den Verein verschickt würden.

Bis Juni 1937 werden auf diesem Weg lediglich vier Akten zur Bearbeitung dem KFV zugeleitet. 
Pfarrer Ochse weist jedoch eindringlich darauf hin, dass die christliche Verantwortung dem Verein dadurch nicht abgenommen werde, sondern der Auftrag zur Hilfe weiter gegeben sei, auch ohne Zusendung der Akten. Der Fürsorgeverein erklärt sich zur Zusammenarbeit mit der NSV bereit, behält jedoch seine Eigenständigkeit und die christliche Zielsetzung.

1937

Es wird intensiv mit den Caritaskonferenzen und den Kath. Frauengemeinschaften zusammengearbeitet. Den größten Teil der schriftlichen Arbeiten leistet das Pfarrbüro St. Marien. Bis 1938 erhält der Verein einen jährlichen Zuschuss von 400 Mark Zuschuß von der Stadt Siegen.
Die Kriegsjahre sind besonders schwer, jedoch wird engagiert im KFV weiter gearbeitet.

1938

Die Patientinnen der Geschlechtskrankenstation werden bis 1942 regelmäßig besucht. Dann erfolgt die Auflösung der Abteilung, weil der behandelnde Arzt zum Kriegsdienst einberufen wird. Die Station wird 1946 wieder eingerichtet und bleibt bis 1951 bestehen.

1942

Fräulein Schütte (später verh. Frau Sonntag), ehrenamtliche Fachkraft des Fürsorgevereins, wird 1945 ehrenamtliches Mitglied des Jugendamtes für den Kreis Siegen. Dadurch intensiviert sich die Arbeit mit dem Kreisjugendamt, während vorher überwiegend mit der Stadt Siegen zusammen gearbeitet wurde.

1945

Die Flüchtlinge im Wellersberglager werden nach
besten Kräften betreut.

1947

Fräulein Schütte initiiert die Errichtung einer Baracke mit 24 Betten mit dem Namen „Elisabeth-Heim“ auf dem Schulhof der Gartenstraßen-Schule in der Stadt Siegen.
Am 24.11.1948 erfolgt die kirchliche Einweihung und am 01.12.48 die offizielle Vorstellung. Hier wird auch das Büro des Fürsorgevereins untergebracht.
Es gibt im hiesigen Raum keinerlei sonstige Unterbringungsmöglichkeiten für gefährdete und verwahrloste Mädchen und Frauen. Das Heim nimmt auch eine große Anzahl von Flüchtlingen dieses Personenkreises aus dem Wellersberglager auf.

1948

Das Elisabeth-Heim muss jedoch am 3. Mai 1952 wieder geräumt werden, da die Stadt Siegen das Grundstück verkauft hatte.

1952

In den folgenden Jahren muss das Büro des Fürsorgevereins immer mal wieder umziehen.
Nach dem Büro in der Gartenstraße, werden Kellerräume in der Gonzenbachstraße, danach – wieder zusammen mit dem Caritasverband und der Kath. Mädchensozialarbeit in der Elisabethstraße 1 angemietet.
Danach erhöhen sich die Fallzahlen von Jahr zu Jahr. Sowohl das Kreisjugendamt als auch das Stadtjugendamt delegieren in großem Umfang Arbeit an den KFV aus allen Bereichen der Jugend- und Familienhilfe.

1956

Anfang 1959 kann der KFV sein erstes Auto anschaffen, einen VW-Käfer. Dies ist eine große Entlastung, besonders für die Arbeit im Kreisgebiet.
Eine besondere Problematik ist für den Verein stets die Finanzierung der Berufskräfte. Die Behörden und der Landschaftsverband gewähren zwar Zuschüsse, die jedoch bei weitem nicht ausreichen.
Der Verein kann all die schweren Jahre nur durchstehen, weil die Vorsitzenden nie resignieren und alles daran setzten, die jeweilige finanzielle Situation zu meistern.

1959

Fräulein Anna Meiswinkel legt ihr Amt als 1. Vorsitzende nach 32jähriger Tätigkeit nieder. Danach übernimmt Frau Gertrud Sonntag den Vorsitz.
Am 23.4.1963 wird der Verein unter dem Namen  „Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder“ in das Vereinsregister unter der Nummer 539 eingetragen.

Unter dem Vorsitz von Frau Sonntag wird verstärkt Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Sie ist Mitglied in mehreren kirchlichen und behördlichen Ausschüssen.

1963

Frau Sonntag wird im neu gewählten Vorstand als Vorsitzende bestätigt.

1969

Mit der Eintragung in das  Vereinsregister am 01.07.1970 und der Vereinsregisternummer 603 ändert sich die Vereinsbezeichnung.
Der Verein heißt jetzt „Sozialdienst katholischer Frauen e.V., Siegen“.

1970

Der SkF zieht zusammen mit dem Caritasverband und der Katholischen Mädchensozialarbeit in die Räume des Kolpinghauses in der Mauerstraße.

1972

Bei den Jugendämtern erfolgt zur Intensivierung der Sozialarbeit eine Umstrukturierung mit der Zielsetzung Spezialdienste einzurichten.
Dies führt zunächst dazu, dass dem SkF vielfältige Aufgaben im Kreisgebiet verloren gehen. Nach langen Verhandlungen überträgt das Kreisjugendamt
dem SkF Aufgaben mit konkreten Fallzahlen im Vormundschafts- und Pflegekinderwesen. Die Re-
nanzierung erfolgt auf der Basis eines Zuschusses auf der Grundlage der Bruttopersonalkosten.
Auch mit der Stadt wird eine neue Vereinbarung  für die Spezialdienste Erziehungsbeistandschaft und Pflegekinderdienst getroffen.
Am 07.03.1978 stirbt Frau Gertrud Sonntag im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit.
Sie war insgesamt 15 Jahre Vorsitzende des SkF.

1978

Frau Christel Karsten wird zur 1. Vorsitzenden gewählt.
Geistl. Beirat wird Pastor Wiedeking.
Da die Räumlichkeiten in der Kolpingstraße nicht mehr ausreichen, zieht der SkF am 01.11.1979 in die Vikarie von St. Marien, Untere Metzgerstraße 17.

1979

Der geistliche Beirat Herr Pastor Wiedeking verlässt das Siegerland. Als Nachfolger wird Pfarrer Wollweber gewonnen.

1982

Es wird ein Appartement für schwangere Frauen, die in besonderen Notsituationen geraten sind, angemietet. Die Kosten übernimmt der Verein „Hoffnung für das Leben“.

1983

Frau Christel Karsten wird als 1. Vorsitzende wieder gewählt. In kirchlichen und behördlichen Ausschüssen und darüber hinaus im Zentralrat des Gesamtvereins des SkF in Dortmund wird die Arbeit von Frau Karsten sehr anerkannt und geschätzt.
Am 19.Juli 1984 erfolgt der bisher letzte Umzug in das Gemeindezentrum St. Marien, Häutebachweg 5. Engagierte ehrenamtliche Frauen errichten mit Unterstützung des SkF eine Kleiderstube im Dachgeschoß ein.

1984

Die angemietete Mütterwohnung wird im Sommer 1985 wieder aufgelöst, da die Wohnung für eine Frau während der Schwangerschaft zwar geeignet war, aber die Wohnungsbedingungen für eine Mutter mit Säugling ungünstig sind.

1985

Der langjährige Kassenwart, Herr Robert Günther, der 25 Jahre die Kassenführung ehrenamtlich verantwortete, legt sein Amt nieder. Herr Alfons Baltes übernimmt als Nachfolger die ehrenamtliche Kassenführung.
Der SkF feiert sein 75jähriges Bestehen.

1988

Am 25.1.1989 wird Frau Anneliese Klein in den Vorstand und am 27.1.1989 zur 1. Vorsitzenden gewählt.

1989

Der SkF erweitert sein Arbeitsfeld mit dem Fachdienst Sozialpädagogische Familienhilfe und stellt drei neue Mitarbeiterinnen für diesen Dienst im Stadtgebiet ein.
Das neue Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) tritt in Kraft. Die Verträge mit den Kommunen müssen überarbeitet werden.
Auf Initiative des SkF können 20 Kinder aus der damaligen DDR im Sommer 1990 Urlaub im Siegerland machen.

1990

Das Gesetz für Vormundschaften und Pflegschaften wird durch das neue Betreuungsgesetz abgelöst.
Im Zuge dessen wird die Mitarbeiterzahl für die Betreuungsarbeit aufgestockt und beim LWL die Anerkennung als Betreuungsverein beantragt.

1992

Frau Anneliese Klein wird für weitere 5 Jahre zur
1. Vorsitzenden des SkF gewählt.

1993

Da die Räumlichkeiten im Häutebachweg nicht mehr ausreichen, werden für den Betreuungsverein neue Räumlichkeiten in der Sandstraße 63 in Siegen angemietet.
Der SkF hat mittlerweile 13 hauptamtliche Mitarbeiterinnen.
Die Personal- und Finanzbuchhaltung kann nicht mehr ehrenamtlich erledigt werden und wird deshalb als Dienstleistung dem Caritasverband Siegen-Wittgenstein übertragen.
Pastor Wollweber verlässt im Mai 1994 das Siegerland.
Er begleitete den SkF seit 1982. Als neuer geistlicher Berater kann Pastor Nordhues von der Kirchengemeinde St. Martinus in Wilnsdorf gewonnen werden.
Der Vorstand beschließt die Einstellung eines Geschäftsführers, da sich die Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen seit 1989 verdoppelt hat und die Arbeit rein ehrenamtlich nicht mehr zu leisten ist.

1994

Die Geschäftsführung wird ab 01.01.1995 in Personalunion von Herrn Thomas Griffig, Geschäftsführer des Caritasverbandes, wahrgenommen.
Bildung eines Trägerverbundes für einen Pflegekinderdienst in der Stadt Siegen (Stadt Siegen, Diakonisches Werk und Sozialdienstes kath. Frauen).

1995

Der SkF feierte sein 85-jähriges Jubiläum.
Herr Pastor Stipp übernimmt die Nachfolge von Herrn Pastor Nordhues als geistlicher Berater.

1998

Die Mitarbeiterinnen, unter Beteiligung des Vorstandes und der Geschäftsführung, erarbeiten das Leitbild für den SkF Siegen.
Im November wird die seit 1985 bestehende Kinderstube für allein erziehende Mütter geschlossen, da immer weniger Mütter auf dieses kostenlose Angebot zurückgreifen.

1999

Bildung eines Trägerverbundes ( Diakonisches Werk, Evang. Jugendhilfe und SkF) für das neu errichtete Kinder-, Jugend- und Familienhilfezentrum auf dem Fischbacherberg.
Bildung eines weiteren Trägerverbundes für erzieherische Hilfen für den Sozialraum Weidenau in Siegen. Dazu werden neue Räumlichkeiten in Siegen-Weidenau, Haardtstraße 45, angemietet.
Der Dienst erhält den Namen „Fachdienst EB-SPFH“. Der Trägerverbund wird gemeinsam mit dem Diakonischen Werk und der Ev. Jugendhilfe gebildet. Die Federführung wird dem SkF übertragen.
Nachfolger für den ausscheidenden Pfarrer Stipp
als geistlicher Berater im Vorstand wird Pastor Friedrich Barkey.

2001

Bei den alle vier Jahre stattfindenden Vorstandswahlen wird Frau Anneliese Klein erneut zur 1. Vorsitzende gewählt.

2002

Der SkF Siegen kann auf sein 90jähriges Bestehen zurückblicken.
Alle MitarbeiterInnen des SkF erhalten einen Internetzugang und eine E-Mailadresse.

2003

Herr Pastor Friedrich Barkey verlässt das Siegerland. Sein Nachfolger, Pastor Rüdiger Helldörfer, übernimmt das Amt als geistlicher Berater des SkF Siegen.
Durch den Anstieg der Fallzahlen und Erhöhung der Mitarbeiterzahl bei den gesetzlichen Betreuungen sind die Räumlichkeiten in der Sandstraße nicht mehr ausreichend. Der SkF erwirbt ein neues Bürogebäude im Stadtteil Weidenau.

2004

Im Dezember 2005 bezieht der Betreuungsverein die neuen Räumlichkeiten.

2005

Frau Anneliese Klein legt nach 18 Jahren ihr Amt als 1.Vorsitzende des SkF nieder.

Zur neuen 1.Vorsitzenden wird Frau Maria Elisabeth Klein gewählt, die schon vier Jahre im Vorstand mitarbeitete. Zur 2. Vorsitzenden wird Frau Marianne Schmidt gewählt.

2006

Die seit 1984 bestehende Kleiderstube wird im Juli 2007 geschlossen, da die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Altersgründen diese Arbeit nicht mehr leisten konnten.

2007

Die Versorgung mit erzieherischen Hilfen in der Stadt Siegen wird in drei Regionen gewährleistet. Der SkF gehört dem Sozialraum-Team Weidenau, Region Nord, an. Der Trägerverbund „Fachdienst EB-SPFH“ wird aufgelöst. Der Fachdienst für den Sozialraum Weidenau trägt nun den Namen „Ambulante erzieherische Hilfen“
und wird gemeinsam mit den Partnern Evangelische Jugendhilfe, Diakonisches Werk und SkF gebildet

Die Leitung des Teams verbleibt weiterhin beim SkF.

2008

Aufgrund der ansteigenden Betreuungszahlen wird ein weiterer Betreuer eingestellt. Das Sekretariat erhält eine weitere Mitarbeiterin.
Pfarrer Ludwig Reffelmann übernimmt die geistliche Begleitung im Vorstand des Verbandes.

2010

Am 01.03.2011 hat sich der SkF ein neues Aufgabengebiet erschlossen.
Im Fachdienst Verfahrensbeistandschaften / Umgangspflegschaften arbeiten zwei Mitarbeiterinnen.
Der Dienst bezieht seine Räumlichkeiten in Siegen-Weidenau, Auf den Hütten 24.

2011

Aufbau eines Kooperationsprojektes mit dem
St. Marienkrankenhaus „ Gemeinsam starten wir ins Leben“.
Am 19.12. wird Frau Marianne Schmidt zur 1. Vorsitzenden gewählt.
Frau Maria-Elisabeth Klein wird zur 2. Vorsitzenden gewählt.

2012

Im Jubiläumsjahr 2013 bietet der SkF Siegen folgende Dienste an:

  • Betreuungsverein
  • Fachdienst Ambulante erzieherische Hilfen
  • Kinder-, Jugend- und Familienzentrum (KiJuFaz)
  • Pflegekinderdienst Stadt Siegen
  • Pflegekinderdienst Kreis Siegen-Wittgenstein
  • Vormundschaften
  • Verfahrensbeistandschaften / Umgangspflegschaften
  • Beratungsangebot im St. Marien-Krankenhaus
        „Gemeinsam starten wir ins Leben"
  • Geschäftsstelle
2013

  • Frau Maria Elisabeth Klein, Mitglied des Vorstandes, stellt ein bundesweites Suchtpräventionsprojekt vor, das in Deutschland schon seit 1974 existiert bzw. entwickelt wurde.
  • Frau Köberlein, langjährige Verwaltungsangestellte wurde feierlich verabschiedet
  • Die Anzahl rechtlicher Betreuungen lag im November bei einer Höchstzahl von 207 Einzelbetreuungen.
  • Die Anzahl der ambulant betreuten Familien lag bei 38. Insgesamt beinhalteten diese Familien 71 zu betreuende Kinder und Jugendliche.
  • Im Kinder- Jugend- und Familienzentrum wurden durch den SkF 11 Familien mit 18 Kindern betreut.
  • Anzahl der durch den SkF Siegen betreuten Pflegekinder stieg vom 1 Halbjahr auf 2. Halbjahr von 17 auf 21 Fälle (Kooperation mit dem Stadtjugendamt)
2014

  • Weitere Steigerung der ambulanten Hilfen auf 41 Familien. Zahl der betreuten Kinder und Jugendlichen 82.
  • Das Café Vogelsang wird in Kooperation mit dem Familienzentrum in Weidenau sehr gut angenommen. Hier gab es neben der individuellen Beratung auch direkt die Möglichkeit ambulante erzieherische Hilfen zu beantragen.
  • Das Frauenfrühstück Zinsenbach findet bei zahlreichen Frauen Interesse. Insgesamt nahmen 17 Frauen daran teil.
  • Im Kinder-, Jugend- und Familienzentrum werden 10 Familien Elternkurse angeboten.  
  • Anzahl der zu betreuenden Pflegekinderfamilien steigt deutlich.
2015

  • Neben den gewohnten Themen beschäftigte sich der Vorstand des SkF mit der Beratungsstelle „TAMAR“ und dem „Bündnis für Familie“ der Stadt Siegen. Allen voran Frau Maria Elisabeth Klein in ihrer neuen Funktion der stellvertretenden Vorsitzenden des SkF Siegen e.V…
  • Weiterer Anstieg der Familienhilfen. 52 Kinder und 3 junge Volljährige wurden vom Fachdienst Ambulante Erzieherische Hilfen betreut.
  • Weitere Aktionen im Café Vogelsang machen SkF Siegen bekannter.
  • Es finden Elternnachmittage in den Pfarrräumen der kath. Gemeinde St. Lukas statt.
  • Vormundschaften für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge werden durch den SkF Siegen übernommen.
  • SkF Siegen präsentiert sich an der „Hochschulkontaktmesse“ und informiert über Angebote des SkF.
2016

  • Im März wurde der langjährige Geschäftsführer Herr Thomas Griffig in den Ruhestand verabschiedet. Herr Matthias Vitt folgte ihm und übernahm die Geschäftsführung.
  • Der damalige Justizminister Thomas Kutschaty besucht den Betreuungsverein des SkF Siegen e.V. … Die jahrelange Problematik der zu niedrigen Pauschalen war ein Gesprächsthema.
  • Pflegekinderdienst besucht mit seinen Kindern den Quinkenhof in Melbecke.
  • Mitarbeitende des Pflegekinderdienstes beraten seit mehr als 30 Jahren Pflegefamilien.
  • Das Angebot „Vormundschaften“ etabliert sich. Hinzu kommen weitere Umgangspflegschaften.
  • SkF Siegen berät 37 Patienten im Bereich der „Frühen Hilfen“, einem Kooperationsangebot mit dem St. Marien-Krankenhaus.
2017

  • Die langjährige Vorsitzende Frau Marianne Schmidt ist verstorben. Sie selber war vor ihrem Amt als Vorsitzende viele Jahre als Vorstandsmitglied für den SkF Siegen ehrenamtlich tätig.
  • Frau Nina Büdenbender wurde zur Vorsitzenden des SkF Siegen e.V. einstimmig gewählt und folgt der langjährigen Vorsitzenden Frau Marianne Schmidt.
  • Nach vielen intensiven Debatten konnte eine Novellierung der Gesetzeslage für die Finanzierung von rechtlichen Betreuungen erreicht werden. Damit verbunden ist eine lang ersehnte Reform der Vergütung unserer BetreuerInnen.
  • Der Pflegekinderdienst „Villa Fuchs“ entstand. Ein Kooperationsangebot mit der Diakonie in Siegen. Es wurde eine Immobilie in der Bismarckstraße in Anspruch genommen.
  • Verfahrensbeistandschaften wurden erneut angeboten.
2018

  • Im Sommer 2019 wurde durch den Bundestag und den Bundesrat endlich eine Reform der Finanzierung der Betreuungsvereine in Deutschland beschlossen. Im Juli 2019 kam es zu der lange erwarteten Erhöhung der Pauschalen.
  • Die Herausforderungen im Umgang mit der Corona- Pandemie haben den SkF Siegen in seiner Arbeit im Frühjahr und den Frühsommer 2020 geprägt
  • Im Jahr 2019 wurden im Rahmen der ambulanten erzieherischen Hilfen 32 Familien begleitet und beraten. In 20 Fällen waren die Eltern alleinerziehend.
  • In den Familien lebten insgesamt 58 Kinder und Jugendliche, 34 Mädchen und 24 Jungen.
  • In Kooperation mit dem ev. Familienzentrum „Am Vogelsang“ in Weidenau findet nach wie vor 10 Mal im Jahr ein Frühstückstreffen im Cafe Vogelsang für Eltern statt, das mit einem Austausch über pädagogische Themen, interessante Informationen und Erfahrungen der Teilnehmenden verbunden ist.
  • Durch die schönen Räumlichkeiten in der Villa Fuchs werden  inzwischen viele Besuchskontakte zwischen den Pflegekindern und deren Herkunftsfamilien in den speziell dafür eingerichteten Spielzimmern durchgeführt.
2019

  • Im Betreuungsverein wurden im Jahr 2020 zwei neue Mitarbeiterinnen (Teilzeit) eingestellt, so dass dort insgesamt fünf rechtliche Betreuerinnen tätig sind. Unterstützt wurden sie in ihrer Arbeit durch zwei Verwaltungskräfte.
  • Pandemiebedingt konnten die Gruppen und Projekte des Fachdienstes „Ambulante erzieherische Familienhilfen“ seit März 2020 nicht mehr stattfinden. Auch Veranstaltungen, Arbeitskreise und Fortbildungen wurden zunächst abgesagt und fanden später meist in Form von Videokonferenzen statt.
  • Auch beim Pflegekinderdienst kam es zu pandemiebedingten Veränderungen. Viele Termine wie z. B. Besuchskontakte fanden überwiegend im Freien statt. Vielfältige Kommunikations-wege wurden erkundet (Bluejeans, Skype, Zoom etc.). Diverse Gruppenangebote konnten leider nicht stattfinden, werden aber so bald wie möglich nachgeholt.
  • Im Frühjahr 2020 startete der SkF Siegen sein Projekt Halt(e)stelle. Ziel dieses Projektes ist es, allen Menschen die von psychischer Belastung oder Erkrankung direkt oder indirekt (als Angehörige) betroffen sind, ein Angebot zu machen, ins Gespräch zu kommen.
  • Der Vorstand des SkF Siegen e. V. entscheidet sich zusammen mit der aktuellen Geschäftsführung für die Trennung der Geschäftsbereiche Caritas und SkF. Der SkF Siegen e.V. soll erstmalig eine eigene hauptamtliche Geschäftsführung bekommen. Im Herbst entschied man sich für Herrn Wolfgang Langenohl, der über 25 Jahre schon für den Kreis Siegen-Wittgenstein im Bereich der Kinder -und Jugendhilfe führend tätig ist. Seine Einstellung wird für April 2021 vorgenommen.
2020

  • Im April beginnt die erste hauptamtliche Geschäftsführung des SkF Siegen e.V. durch Herrn Wolfgang Langenohl
  • Bürgermeister Steffen Mues besucht den SkF Siegen im Rahmen der Amtseinführung der neuen Geschäftsführung und besichtigt neben der Geschäftsstelle auch die Außenstellen in Weidenau.
  • Carina Gödecke, Vizepräsidentin des NRW- Landtages besucht Fachdienste des SkF Siegen.
  • Die Außenstelle Bismarckstraße wurde aufgegeben. Der Pflegekinderdienst wechselte in die Räumlichkeiten der Außenstelle Haardtstraße
  • Zwei neue Mitarbeiterinnen wurden im Betreuungsverein eingestellt. U.a. wurde für den Betreuungsverein eine Betreuungsassistenz eingestellt.
  • Das Angebot Vormundschaften wurde weiter ausgebaut.
  • In der Außenstelle „Auf den Hütten“ musste der Kellerbereich saniert werden. Dank zahlreicher Spenden konnte diese Maßnahme umgesetzt werden.

 

2021

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